Drei Orgeln

Die Orgel der “Kirche der Stille” ist mit der Geschichte von Frauen im damals noch preußischen Altona verbunden. Kirche und Orgel wurden von Helene Donner gestiftet, der Vorsitzenden des “Vaterländischen Frauenvereins I” in Altona, einem der drei Altonaer Zweigvereine. 1882 ließ sie in der Allee in Altona ein Heim und eine Ausbildungsstätte für Krankenschwestern bauen: das Helenenstift. Im Jahr 1894 wurde der Bau von Kirche und Orgel abgeschlossen. Die romantische Orgel von 1894 ist das einzig bekannte Exemplar des Hamburger Orgelbauers Christian Wolfsteller. Der neugotische Orgelprospekt ist das einzige noch erhaltene Holzteil der ursprünglichen Inneneinrichtung der Kirche. Die Orgel wurde 1902, 1947 und 1960 nach den jeweiligen Moden umgebaut. Im Jahr 2000 wurde der Originalzustand wieder hergestellt. Die Renovierung wurde von der Agnes-Gräfe Stiftung, dem Denkmalschutzamt Hamburg, dem Nordelbischen Kirchenamt in Kiel und mit großzügigen Spenden der Gemeinde finanziert.

Nachdem die Orgel von “St. Johannis – Die Kulturkirche” durch einen Brand im Jahr 1994 komplett zerstört wurde, entschied man sich für den Einbau eines Instrumentes, das es bisher in der norddeutschen Orgellandschaft nicht gab, und zwar für eine Orgel der Schweizer Firma Kuhn, die sich an der symphonischen Klangwelt

Kuhn Orgel

Kuhn Orgel

französischer Prägung des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll (1811-1899) orientiert, einem der führenden Orgelbauer der Romantik. 1998 fertig gestellt, stellt dieses Instrument eine große Bereicherung für Hamburg und Umgebung dar. Die Instrumente der französisch-romantischen Epoche standen nicht nur in Kirchen, sondern auch in Privathäusern und Konzertsälen. Daher sind für diese Orgeln auch viele weltliche Kompositionen entstanden. Ein Beispiel für ein Instrument von Cavaillé-Coll in einem Konzertsaal war die Orgel im Pariser Trocadéro. Dieser riesige Raum wurde 1878 für die Weltausstellung gebaut. Er bot Platz für 5000 Personen und dementsprechend groß war auch die Orgel.

Die erste Orgel der “Friedenskirche Altona” wurde 1887 vom der Firma Röver gebaut. Sie wurde im Dezember 1943 bei einem Bombenangriff komplett zerstört. Die neubarocke Walcker-Orgel wurde 1956 fertig gebaut. Sie ist das einzige Instrument der Gemeinde mit einer alten Stimmung. Die anderen Instrumente unserer Gemeinde sind gleichschwebend gestimmt und eignen sich sehr gut für Musik ab dem 19. Jahrhundert. Sie aber hat eine “Neidhard“-Stimmung, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts gängig war. Daher lässt sich auf dieser Orgel Barockmusik sehr gut spielen, besonders deutsche Musik dieser Zeit.


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